• 12.03.2015
  • Medieninformation XIX/9
Chemie-Tarifrunde

Arbeitgeberangebot eine Provokation

Die Chemie-Tarifverhandlungen blieben am Donnerstag (12. März) ohne konkretes Ergebnis. Die IG BCE wies ein Angebot der Arbeitgeber als „Provokation“ zurück. Die Gewerkschaft erhöht jetzt den Druck und ruft ihre Mitglieder zu Großdemonstrationen auf. Die Verhandlungen für die rund 550.000 Beschäftigten in 1.900 Betrieben werden am 26. und 27. März in Stuttgart fortgesetzt. Ein Arbeitskampf ist nicht länger ausgeschlossen.

Christian Burkert

Chemie-Tarifverhandlungen in Neuss: Tarifpostkarten für die Arbeitgeber Chemie-Tarifverhandlungen in Neuss: Tarifpostkarten für die Arbeitgeber
12.03.2015

Nach zwei Verhandlungsrunden ohne Fortschritte legten die Arbeitgeber ein Angebot auf den Tisch. Danach sollen die Entgelte nach zwei bis drei Leermonaten um 1,6 Prozent angehoben werden. Die Gesamtlaufzeit beträgt nach Arbeitgebervorstellungen 15 Monate. Außerdem wollen die Arbeitgeber für das Jahr 2016 pro Beschäftigten 200 Euro zusätzlich in den betrieblichen Demografiefonds einzahlen.

Die IG BCE fordert eine Anhebung der Entgelte um 4,8 Prozent. Außerdem will die Gewerkschaft den Tarifvertrag „Demografie und Lebensarbeitszeit“ weiter entwickeln und den Demografiefonds ausbauen.

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Peter Hausmann, Verhandlungsführer der IG BCE: „Das Angebot ist eine Provokation. Die Arbeitgeber haben den Kontakt zur Realität verloren. Dieses Angebot ist ein Dokument der Ignoranz und der Arroganz. Die Branche verdient gutes Geld, die Konjunktur läuft robust auf hohem Niveau. Von dieser Entwicklung wollen sie uns abkoppeln. 1,6 Prozent - das ist komplett neben der Spur. Das Gesamtvolumen passt hinten und vorne nicht. Zum Ausdruck kommt hier vor allem die Geringschätzung gegenüber den Beschäftigten. Es bleibt dabei: Wir wollen einen angemessenen und fairen Anteil; wir wollen das, was uns zusteht. In Sachen Demografie haben sich die Arbeitgeber leicht bewegt. Das ändert allerdings nichts daran, dass wir von einem Abschluss noch weit entfernt sind. In Stuttgart besteht die letzte Möglichkeit, in freien Verhandlungen doch noch zu einem Ergebnis zu kommen. Kommt es zu keinem Ergebnis, leiten wir das Schlichtungsverfahren ein. Auch ein Arbeitskampf ist dann nicht mehr ausgeschlossen.“

In den vergangenen zwei Wochen hat die IG BCE an über 300 Chemie-Standorten ihre Forderungen deutlich gemacht. 60.000 Beschäftigte beteiligten sich an den Aktionen. Nach der lokalen Welle erhöht die Gewerkschaft jetzt den Druck. Vor der entscheidenden Verhandlung Ende März zeigt die IG BCE Flagge: In Ludwigshafen, Köln und vier weiteren Städten finden Großdemonstrationen statt. Nähere Informationen folgen.

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