Chemie-Tarifrunde 2015: Tarifpolitische Mittagspausen

Rund 3.000 Beschäftigte ließen die Argumente der Arbeitgeber in Bayern platzen

Zurzeit läuft die dritte Verhandlungsrunde für die Chemie-Beschäftigten. Die Bundestarifkommission kann aufgrund der großen betrieblichen Unterstützung mit einem breiten Kreuz in die Verhandlung gehen. Auch in Bayern haben zahlreiche betriebliche Aktionen etwa mit Unterstützungsbäumen stattgefunden. Doch eindrucksvoll waren die vielen, zeitgleichen "Tarifpolitischen Mittagspausen" am Mittwoch, 11. März. Rund 3.000 Beschäftigte ließen die auf Luftballons aufgedruckten Argumente der Arbeitgeber platzen und machten klar: wir können noch mehr!

Tarifpolitische Mittagspause bei Clariant in Heufeld Tarifpolitische Mittagspause bei Clariant in Heufeld

Bei Fresenius beteiligten sich 300 Beschäftigte bereits am Dienstag an der gemeinsamen Aktion - bei Fresenius die erste dieser Art.

In der Region Münchsmünster/Neustadt protestierten 300 Chemie-Beschäftigte vor dem Werkstor von SMP.

Bei Michelin in Hallstadt bei Bamberg nahmen 200 Beschäftigte an der "tarifpolitischen Mittagspause" teil. Vormittags machten bereits 200 Beschäftigte im Industriecenter Obernburg ihrem Unmut Luft.

In der Oberpfalz waren 200 Beschäftigte von Nabaltec dabei.

In Mittelfranken beteiligten sich 350 Beschäftigte bei Eckart in Velden.

Im Bezirk München beteiligten sich fast 500 Beschäftigte in sieben verschiedenen Betrieben und läuteten die Mittagspause mit kurzen aber lauten Aktionen ein.

In Schwaben waren rund 500 Beschäftigte zur lautstarken einstündigen Protestkundgebung im Industriepark Gersthofen gekommen. Neben den Rednern sorgte für Stimmung auch Liedermacher Sepp Raith, der in selbst getexteten Liedern die Lage auf den Punkt brachte.

  • Tarifpolitische Mittagspause vor dem Werkstor von SMP in Neustadt/Donau
    Foto: 

    IG BCE Bezirk Kelheim-Zwiesel

    Tarifpolitische Mittagspause vor dem Werkstor von SMP in Neustadt/Donau

  • Loading ...

  • Loading ...

  • Loading ...

  • Loading ...

  • Loading ...

  • Loading ...

  • Loading ...

  • Loading ...

  • Loading ...

  • Loading ...

1 /

Im Industriepark Gendorf nahmen über 400 Beschäftigte aus den ansässigen Betrieben an der tarifpolitischen Mittagspause teil. Sie setzten Sonnenbrillen auf, um sich von den Arbeitgebern nicht blenden zu lassen. Und zerstachen mit Arbeitgebersprüchen bedruckte Luftballons, um deren Argumente symbolisch platzen zu lassen - wie an den anderen beteiligten Betrieben an diesem Tag auch.

Deutlich wurde bei den betrieblichen Protestkundgebungen: Wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegen, werden die Beschäftigten weiter Druck machen. Entsprechende Maßnahmen sind bereits in Vorbereitung.

Die Friedenspflicht endet am 31. März. Landesbezirksleiter Seppel Kraus schloss in seiner Rede im Industriepark Gendorf auch Arbeitskampfmaßnahmen nicht aus.

Nach oben