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10.10.2019

Tarifrunde Chemie Bayern 2019

Blockadehaltung der bayerischen Chemie-Arbeitgeber!

Erste Tarifrunde wurde ergebnislos vertagt!

Die Auftaktverhandlungen in der aktuellen Tarifrunde für die Beschäftigten der bayerischen Chemie- und Pharmaindustrie wurden am Donnerstag in München nach mehreren Stunden ergebnislos vertagt - die Arbeitgeber waren nicht zu einem Angebot bereit.

Kluges Zukunftspaket der IG BCE

  1. Die Einrichtung eines tariflich abgesicherten, persönlichen Zukunftskontos in Höhe von jährlich 1000 Euro, über das alle Beschäftigten individuell verfügen können. Damit gestalten wir moderne Arbeitsbedingungen, insbesondere zur Umwandlung in lebensphasenorientierte Zeitentlastung.
  2. Eine spürbare und reale Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen.
  3. Die Einführung einer tariflichen Pflegezusatzversicherung. Sie schließt bei Eintritt des Pflegefalls die Finanzierungslücke zur gesetzlichen Vorsorge.
  4. Die Entwicklung einer Qualifizierungsoffensive zur Begleitung des digitalen Wandels.

Nach Ansicht von Beate Rohrig, Landesbezirksleiterin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Bayern und Verhandlungsführerin ihrer Gewerkschaft, ist dies ein strategischer Fehler der Arbeitgeber:

„Die Chemiebranche muss robuster werden, um gut für die Zukunft gerüstet zu sein. Die Märkte werden globaler. Die Digitalisierung ist in vollem Gang. Die Belegschaften werden immer älter. Fachkräfte fehlen schon heute. Beim Personal zu sparen ist da die falsche Antwort. Unsere Gewerkschaft hat zahlreiche strategische Vorschläge gemacht. Doch die Arbeitgeber wollen nicht handeln. Sie jammern lieber.“

Die IG BCE fordert unter anderem Qualifizierungskonzepte zur Digitalisierung und eine tarifliche Pflegezusatzversicherung, denn laut Berechnung der Gewerkschaft werden „fast 40% aller Chemie-Beschäftigten in ihrem Leben zum Pflegefall,“ so Beate Rohrig.

Die langfristige Gesundheit und Belastbarkeit der älter werdenden Belegschaften will die IG BCE durch die Einrichtung eines „Zukunftskontos“ fördern:

„Dieses Zukunftskonto hat den Gegenwert von jährlich 1.000 Euro für alle Beschäftigten und Auszubildenden. Das bringt Flexibilität und kann zum Beispiel für Zeitentlastungen in besonderen Lebensphasen wie Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen genutzt werden. Zusammen mit einer Qualifizierungsoffensive zur Begleitung es digitalen Wandels und einer tariflichen Pflegezusatzversicherung stärkt das die Betriebe und Belegschaften. Es macht sie krisenfester.“

Enttäuscht ist Beate Rohrig, deren Gewerkschaft auch eine „reale Lohnerhöhung“ forderte, von der Reaktion der Arbeitgeber:

„Die Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital der Unternehmen. Sie generieren die Gewinne. Doch die Arbeitgeber scheinen sie eher als Kostenfaktor wahrzunehmen. Statt sich mit uns gemeinsam auf die digitale, globalisierte Zukunft vorzubereiten, rechnen die Arbeitgeber sich trotz Milliardengewinnen mal wieder arm. Das ist eine Antwort von vorgestern auf die Herausforderungen von übermorgen.“

Die Verhandlungen sollen nun auf Bundesebene weitergeführt werden.