Medieninformation vom 11. April 2014

Kunststoff-Tarifabschluss: 3,5 Prozent mehr Geld /Ausbildung gestärkt / Situation von befristet Beschäftigten verbessert

Mehr Geld, Stärkung der Ausbildung und eine verbesserte Situation von befristet Beschäftigten, das ist das Ergebnis der am Donnerstagabend beendeten Tarifverhandlungen für die bayerische Kunststoff verarbeitende Industrie mit rund 20.000 Beschäftigten.

lichtkunst.73 / pixelio.de

Kunststoffröhren

Die Löhne und Gehälter steigen ab 1. Juni 2014 um 3,5 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich um 35 Euro. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 15 Monaten und kann erstmals zum 31. Juli 2015 gekündigt werden. Unter bestimmten Umständen ist es Unternehmen auch möglich, den Beginn der Tariferhöhung aus wirtschaftlichen Gründen zu verschieben.

Neben der Entgelterhöhung wurde außerdem vereinbart, den Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung“ fortzuführen. Dieser Tarifvertrag legt eine Steigerung der Ausbildungsplätze in der Kunststoffindustrie fest. Demnach werden bis 2016 mindestens 10 Prozent mehr Ausbildungsplätze angeboten, um den Nachwuchs für die Branche zu sichern. Außerdem empfehlen die Tarifvertragsparteien, übernommenen Ausgebildeten möglichst einen unbefristeten Anstellungsvertrag anzubieten.
Auch die Situation der befristet Beschäftigten wird verbessert: Die Tarifvertragsparteien empfehlen, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer möglichst drei Monate vor dem vorgesehenen Befristungsende gegenseitig über eine beabsichtigte Fortsetzung oder Beendigung des befristeten Arbeitsverhältnisses informieren.

Verhandlungsführer und Landesbezirksleiter Seppel Kraus: „Wir haben eine der wirtschaftlichen Situation angemessene deutliche Entgelterhöhung erreicht. Sollte ein Unternehmen aber doch in besonderen wirtschaftlichen Schwierigkeiten sein, ist es möglich, die Erhöhung im Einvernehmen mit dem Betriebsrat bis zu zwei Monate zu verschieben. Aber ich bedauere, dass wir eine besondere Erhöhung der Facharbeiterverdienstsicherung nicht durchsetzen konnten. Wir halten das nicht für das richtige Signal bei dem zu erwartenden Facharbeitermangel. Beim Thema Ausbildung sind wir zufrieden: Es werden wieder genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Aber damit allein ist es nicht getan: Um diese Ausbildungsplätze auch besetzen zu können, müssen die Unternehmen vor allem stärker für ihre gewerblich-technischen Berufe werben und junge Leute unterstützen, die sie bisher als ‚nicht ausbildungsreif‘ angesehen haben. Und für befristet Beschäftigte bedeutet die neue Regelung, dass sie ein Stück mehr Planbarkeit und Sicherheit haben, und erhöht damit auch die Attraktivität der Kunststoffindustrie als Arbeitgeber.“

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