Medieninformation vom 27. November 2013

Automobilzulieferer unter Druck / Industriepolitische Fachtagung in Regensburg

„Das Zusammenspiel von Herstellern und Zulieferern macht uns Sorgen“, erklärte Seppel Kraus, Landesbezirksleiter der IG BCE auf der Industriepolitischen Fachtagung der bayerischen IG BCE am Freitag in Regensburg. Die Automobilhersteller im Freistaat verzeichnen zwar Rekordumsätze. Doch die bayerischen Automobilzulieferer stehen trotzdem unter starkem Druck. Technische Umbrüche auf dem Automobilmarkt, beschleunigte Konzentrationsprozesse und die Verschiebung der globalen Märkte stellen die Branche vor enorme Herausforderungen.

Guenter Hamich / pixelio.de

Lichtspiel

Allein im IG-BCE-Bezirk Kelheim-Zwiesel sind rund 40 Prozent der Betriebe abhängig von der Autoindustrie. Ein Grund mehr für die IG BCE, die Zukunft dieser Branche kritisch zu beleuchten. Experten, wie Unternehmensberater Dr. Joachim Türk sowie Professor Josef Nassauer, Sprecher des Clusters „Automotive Bayern“, zeigten den rund 100 Teilnehmern deshalb wegweisende Trends in der Automobilindustrie auf.
„Die großen Zulieferer werden um eine Internationalisierung nicht herumkommen“, wusste Nassauer. Denn die Autohersteller verlagern ihre Produktionsstätten mehr und mehr ins Ausland. Dieser Prozess schreitet fort. Jüngstes Beispiel im Freistaat: Ab 2016 produziert Audi den Geländewagen Q 5 in seinem neuen Werk in Mexiko. Auch als Zulieferer global aufgestellt zu sein wird so zunehmend wichtiger. Das bestätigte auch Anton Simon, Werkleiter der Samvardhana Motherson Peguform (SMP) in Neustadt, dessen wichtigste Kunden Volkswagen, Audi, BMW, Porsche und Daimler sind, bei der anschließenden Podiumsdiskussion.
„Anfangs war ich gegen Globalisierung“, bekannte Betriebsratsvorsitzender Norbert Lechermann aus Neustadt. Doch inzwischen hat der engagierte Gewerkschafter bei SMP seine Vorbehalte aufgegeben. Nach der Übernahme durch die indische Motherson-Gruppe ist auch er von den Chancen überzeugt, sofern die Bedingungen stimmen. Im Falle Audi vertraut Norbert Lechermann auf die bewährte Zusammenarbeit mit seinem Gewerkschaftskollegen von der IG Metall, Helmuth Späth. „Ich hoffe, dass es eine Erfolgsgeschichte wird, für Audi und für Samvardhana Motherson Peguform“, so der Betriebsrat der Audi AG in Ingolstadt. „Wir legen Wert auf die Verlässlichkeit der Beziehung mit unseren Zulieferern und sollten nicht nur auf den schnellen Euro setzen“, betonte er.
Dass freilich der Fortbestand des Euro die Voraussetzung ist, um auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, war allen Beteiligten klar. Deshalb forderten sie die Akzeptanz des Euros zu stärken. Denn nur so kann der knappe Vorsprung, den die deutsche Automobil- und Zulieferindustrie durch ständige Verbesserungsprozesse besitzt, gehalten werden. Landesbezirksleiter Seppel Kraus forderte zudem von den Autobauern eine „Innovationsprämie“ für die Zulieferer, um die Entwicklung von innovativer Forschung zu finanzieren.

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