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12.05.2015

Medieninformation vom 11. Mai 2015

Tarifrunde Kunststoff: Erste Verhandlung ergebnislos

Die erste Tarifverhandlung für die bayerische Kunststoff verarbeitende Industrie wurde heute Nachmittag (11. Mai) in Kirchheim bei München ohne Ergebnis unterbrochen und auf den 10. Juni vertagt.

lichtkunst.73 / pixelio.de

Kunststoffröhren

IG-BCE-Landesbezirksleiter und Verhandlungsführer Seppel Kraus: „Die Arbeitgeber wollen eine Tarifwende, sie sind überzeugt, die letzten Abschlüsse waren zu teuer - also zu hoch! Unsere Forderungen bezeichneten sie als unrealistisch und unangemessen. Zwar sind sie bereit, über eine Weiterentwicklung des Demografie-Tarifvertrags zu reden. Aber ein Angebot zu unseren Forderungen haben sie nicht auf den Tisch gelegt. Wir sind der Auffassung, dass die Arbeitnehmer am Erfolg der Kunststoffindustrie fair beteiligt werden müssen. Und dass wir weiter Instrumente und finanzielle Mittel brauchen, um die Kunststoffbranche im demografischen Wandel als attraktive Branche zu erhalten.“ 

Die Arbeitgeber haben in ihrem Fazit der heutigen Tarifverhandlung darauf hingewiesen, dass „die Arbeitskosten steigen“ und dass daher „Schluss mit überzogenen Lohnerwartungen“ sein muss. Um den demografischen Wandel zu bewältigen, würden die Mitarbeiter länger im Betrieb gebraucht.

Der Einstieg in Verhandlungen über einen Entgeltrahmentarifvertrag, um die bisherige Trennung nach Löhnen und Gehältern aufzuheben, wurde signalisiert.

Die IG BCE fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,8 Prozent und der Ausbildungsvergütungen um einheitlich 75 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Das Urlaubsgeld soll deutlich erhöht werden. Die Gewerkschaft will außerdem den Tarifvertrag Lebensarbeitszeit und Demografie für die Kunststoffindustrie fortschreiben. Bestimmte tarifliche Fonds, die sich zur Finanzierung altersgerechter Arbeitszeiten nutzen lassen, will sie aufstocken. Vereinbart werden soll außerdem der Einstieg in Verhandlungen über einen Entgeltrahmentarifvertrag.

Unter den Tarifvertrag fallen rund 20.000 Beschäftigte, vor allem aus Automobilzuliefer-, Bauzuliefer-Firmen und Medizintechnik.