Medieninformation vom 2. Juni 2014

Tarif Feinkeramik: Morgen entscheidende dritte Verhandlungsrunde in Würzburg / Unmut der Beschäftigten

Mit Spannung erwarten die Beschäftigten der feinkeramischen Industrie die dritte Verhandlungsrunde. Nachdem auch die zweite Runde im Mai vertagt wurde, gehen die Verhandlungen für die Feinkeramische Industrie West am 3. Juni in Würzburg in die entscheidende Phase. Die IG BCE fordert eine Lohnerhöhung von 5 Prozent bei einer 12-monatigen Laufzeit. Außerdem sollen Bausteine entwickelt werden, die der demografischen Entwicklung in den Betrieben Rechnung tragen.

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Porzellan

Stellvertretende Landesbezirksleiterin und Bayerns Verhandlungsführerin Astrid Meier: „Was die Arbeitgeber beim letzten Mal auf den Tisch gelegt haben, ist absolut  unzureichend: Die angebotene Einkommenserhöhung liegt weit unter unserer Forderung, die sich an der Leistungsfähigkeit der Branche orientiert. Und statt mehr zu tun damit die Beschäftigten am Ende des Arbeitslebens gesund in die Rente gehen können, wollen die Arbeitgeber die Altersfreizeiten, die unsere älteren Kollegen zur Erholung brauchen, kürzen!“

Bei der zweiten Verhandlung am 23. Mai hatten die Arbeitgeber ein Angebot unterbreitet, das im Gesamtvolumen 2,1 % auf 12 Monate bedeuten würde. Astrid Meier: „Für unsere Verhandlungskommission ist klar: Wenn die Arbeitgeber ihr Angebot nicht verbessern, können die Verhandlungen scheitern. Viele Beschäftigte haben ihren Unmut über den bisherigen Verlauf der Tarifverhandlungen gezeigt. Bereits zur zweiten Runde gab’s für die Arbeit-geber über 5.000 Postkarten für die Forderung. In den letzten Tagen wurde in vielen Betrieben noch mal mit Aktionen nachgelegt, etwa bei Rosenthal Thomas am Kulm. Und heute erreichen die Aktionen ihre Höhepunkt.“

Die Verhandlungen werden auf Bundesebene für Bayern, Baden-Württemberg, das Saarland und weitere westdeutsche Tarifbereiche geführt.

In Bayern hat die feinkeramische Industrie im Porzellanbereich ihren regionalen Schwerpunkt im Nordosten des Freistaats – von Hof über Weiden bis Schwandorf und Cham. Bekannte Namen der Porzellanhersteller sind Ro-senthal, Seltmann oder BHS Tabletop.
Die feinkeramische Industrie umfasst unter anderem auch Unternehmen der technischen Keramik, die als Zulieferindustrie für Bereiche wie Maschinen-, Auto- und Elektroindustrie gilt. Wichtige Betriebe sind in der Metropolregion Nürnberg angesiedelt.

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