Medieninformation vom 29. März 2015

Auch zweite Tarifverhandlung Hohl- und Kristallglas Bayern vertagt / IG BCE weist Angebot zurück

Auch die zweite Tarifverhandlung für die bayerische Hohl- und Kristallglasindustrie ist am Freitag (27. März) in Nürnberg ohne Ergebnis geblieben. Die gewerkschaftliche Tarifkommission hat das letzte Angebot der Arbeitgeber – bei einer Laufzeit von 24 Monaten eine Lohnerhöhung um 3,5 Prozent - als unzureichend zurückgewiesen. Die nächste Verhandlung findet am 16. April statt.

Rainer Sturm / pixelio.de

Trinkgläser

Verhandlungsführerin Astrid Meier stellt ernüchtert fest: „Die Arbeitgeber präsentierten sprichwörtlich alten Wein in neuen Schläuchen. Wenn Laufzeit und Prozente lediglich verdoppelt werden, ist dies unannehmbar.“

In der ersten Runde boten die Arbeitgeber 1,7 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Dies war für die Tarifkommission inakzeptabel. Astrid Meier: „In den Betrieben läuft es, und dies muss bei den Arbeitnehmern ankommen.“

Auch beim Thema Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist man nicht wesentlich vorangekommen. Astrid Meier weiter: „Es ist mir unverständlich, dass die Arbeitgeber sich hier tariflichen Lösungen verweigern. Bei der jetzigen und zukünftigen Altersstruktur in den Betrieben muss vor allem die Schichtarbeit für Ältere so gestaltet werden, dass sie ihre Tätigkeit möglichst lange und gesund bewältigen können, und den Betrieben der Nachwuchs nicht ausgeht.“

Die IG BCE bleibt bei ihrer Forderung nach einer Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 60 Euro steigen und Auszubildende übernommen werden. Daneben sollen Instrumente zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, insbesondere vor dem Hintergrund der Altersstruktur in den Betrieben der bayerischen Hohl- und Kristallglasindustrie, gefunden werden.

Die Verhandlungen werden am 16. April 2015 fortgesetzt.

Die bayerischen Glasbetriebe mit rund 4.000 Beschäftigten haben ihren Schwerpunkt im Oberen Frankenwald, in der Oberpfalz und im Bayerischen Wald.

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