Medieninformation vom 10. März 2014

8. Nachlese zum politischen Aschermittwoch der IG BCE in Bayern mit Reiner Hoffmann

Zur traditionellen Großveranstaltung im Münchner Löwenbräukeller
trafen sich am vergangenen Wochenende rund 1.100 Gewerkschafter
und politische Gäste, unter ihnen auch Reiner Hoffmann, Mitglied des
DGB-Bundesvorstandes und künftiger Nachfolger von Michael Sommer
an der Spitze des Dachverbandes.

Manuel Rendla

Nachlese zum politischen Aschermittwoch 2014 der IG BCE Bayern

„Bayern darf nicht Verlierer der Energiewende sein“, mahnte Landesbezirksleiter Seppel Kraus bei der Eröffnung. Denn der Freistaat ist in besonderem Maß von den Auswirkungen der Energiewende betroffen. Selbst drei Jahre nach dem Moratorium sei jedoch kein sinnvolles Konzept zur Umsetzung erkennbar. Vor allem, da nach dem Streit um Höchstspannungsleitungen, den CSU-Chef Seehofer unnötigerweise schürte, der Bau neuer Stromtrassen verschoben wurde. „Es geht um unsere Arbeitsplätze“, betonte
Seppel Kraus.

Im Mittelpunkt seiner Rede standen neben der Gestaltung der Energiewende freilich die kommenden Betriebsratswahlen. „Eine Wahl, die in der Öffentlichkeit häufig unterschätzt wird“, erklärte Kraus. Denn, so Kraus, ein engagierter Betriebsrat kann den Lebensweg eines Menschen positiv beeinflussen. „Wir brauchen eure himmlischen Ideen und höllischen Leidenschaften“, appellierte er an die anwesenden Gewerkschafter.

Auch Reiner Hoffmann, Mitglied des DGB-Bundesvorstandes und künftiger Nachfolger von Michael Sommer an der Spitze des Dachverbandes äußerte sich zu diesem wichtigen Thema. „Wir verlangen Kündigungsschutz für alle Arbeitnehmer, die einen Betriebsrat gründen wollen", forderte der designierte DGB-Chef von der Großen Koalition. Schließlich sei ein funktionierendes Betriebsratsgremium die Vorbedingung für gute Arbeit. Die
Gründung eines Betriebsrats dürfe nicht durch Arbeitsplatzverlust bedroht
werden. „Mitbestimmung ist ein Juwel der deutschen Sozialgeschichte“, so
Hoffmann.

Ebenso forderte das DGB-Vorstandsmitglied erneut die kalte Progression bei der Einkommensteuer zu verringern, um endlich den Einkommensverlust trotz Gehaltserhöhung zu stoppen und damit die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich zu mildern. „Die neoliberale Rosskur führt in den Abgrund“, warnte der Wuppertaler Diplom-Ökonom im Hinblick auf die Krise der Europäischen Union. „Die Märkte allein werden es nicht richten“, betonte der ehemalige Direktor des Europäischen Gewerkschaftsinstituts in Brüssel. Auch Deutschland könne es auf Dauer nicht gut gehen, wenn der wirtschaftliche Niedergang seiner Nachbarländer immer drastischer zunimmt.

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