Medieninformation vom 30. April 2013

5. Ordentliche Landesbezirksdelegiertenkonferenz Bayern

Über 150 Teilnehmer trafen sich zur 5. Ordentlichen Landesbezirksdelegiertenkonferenz in Nürnberg, darunter auch der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis aus Hannover. 90 Delegierte aus ganz Bayern stellten am Wochenende die Weichen für die Politik des Landesbezirks in den kommenden vier Jahren. Im Mittelpunkt ihrer Diskussion stand neben der Gestaltung der Energiewende die überfällige Neuordnung der Arbeit angesichts der andauernden Krise in Europa. In ihren 92 beschlossenen Anträgen formulierten sie u. a. Forderungen an die bayerische Staatsregierung. Außerdem wählten sie einstimmig den neuen Landesbezirksvorstand.

 

Cintula

IG-BCE-Flaggen

„Wir erwarten von Bund und Ländern, dass die Energiewende so gestaltet wird, dass sie zum Erfolg führt“, betonte Landesbezirksleiter Seppel Kraus bei der Eröffnung der Konferenz. „Aufgrund des hohen Anteils an zu ersetzender Kernenergie ist Bayern besonders betroffen.“ Auch der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis äußerte sich zu einem der ambitioniertesten Gesellschaftsprojekte. Das Mitglied der Ethikkommisson für sichere Energieversorgung warnte vor einer weiteren Überregulierung und künstlichen Veränderung des Energiemarktes. Vielmehr forderte er, dass die Innovationskräfte der Industrie unterstützt werden, um die Energiewende wettbewerbsfähig und kosteneffizient zu realisieren.

„Was wir brauchen ist ein Marshallplan Europa gegen die Krise“, erklärte Vassiliadis nicht zuletzt im Hinblick auf die verheerende Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa. Denn der rigide Sparkurs führe immer tiefer in die Rezession. Als erster Präsident des neugegründeten Dachverbands europäischer Industriegewerkschaften „IndustriALL“ verlangte er ein Signal, das demonstriert: „Europa lässt die Jugend nicht fallen“.

Der bayerische Landesbezirk konnte bei der jungen Generation und auch bei den Frauen in den vergangenen Jahren deutlich mehr Mitglieder gewinnen. 14 Prozent der Mitglieder sind inzwischen unter 28 Jahren. Zu dieser positiven Entwicklung gratulierte der bayerische DGB-Chef Matthias Jena in seinem Grußwort. Nürnbergs Oberbürgermeister und frisch gewählter Präsident des Deutschen Städtetags, Ulrich Maly forderte die Delegierten auf gemeinsam für einen gerechteren Staat zu kämpfen. Er wandte sich vor allem gegen die Zunahme der prekären Beschäftigung.

In den verabschiedeten Anträgen sprachen sich die Delegierten dafür aus durch ein Mitbestimmungsrecht bei Fremdbeschäftigung den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen einzudämmen. Von der bayerischen Staatsregierung forderten sie u.a. klare industriepolitische, umweltpolitische und soziale Zukunftskonzepte zur erfolgreichen Gestaltung der Energiewende sowie die Einführung eines Bildungsurlaubsgesetzes.

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