Medieninformation vom 3. Juni 2016

Tarifrunde Chemie 2016: Erste Tarifverhandlung für Bayern ergebnislos vertagt

Die erste Tarifverhandlung in der bayerischen chemischen Industrie zwischen der IG BCE und dem VBCI (Verband der Bayerischen Chemischen Industrie) ist heute (3. Juni 2016) in München ohne Ergebnis geblieben. Die IG BCE fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 5 Prozent. Außerdem soll der Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“ weiterentwickelt werden. Die Arbeitgeber legten in der sachlich geführten Wirtschaftsdebatte kein Angebot vor. Die Tarifverhandlungen werden am 14. Juni auf Bundesebene in Hannover fortgesetzt. 

Jessica Rauch / IG BCE

Seppel Kraus überreicht Walter Vogg ein Känguru, das mit vollem Beutel keine großen Sprünge machen kann Ein Känguru mit zu vollem Beutel kann keine großen Sprünge machen. Die Lösung: Nicht alles in den Beutel packen, sondern fair teilen - dann passt auch der Nachwuchs wieder rein! Seppel Kraus überreicht Walter Vogg ein Känguru. Und zum Üben bekommen die Arbeitgeber noch ein langes Springseil und ein Buch "Wie man über seinen Schatten springt".

Landesbezirksleiter und IG BCE-Verhandlungsführer Seppel Kraus bezeichnete die Forderung als „ökonomisch angemessen, bezahlbar, wertschätzend und gerecht“. Er verwies auf die gute stabile Lage der chemischen Industrie: Die exportorientierte Branche profitiere von niedrigen Rohstoffpreisen und niedrigem Dollarkurs, was sich auch an steigenden Dividenden und Jahresüberschüssen bemerkbar mache. Seppel Kraus: „Die Anforderungen an die Arbeitnehmer steigen ständig. Dass die Branche zur Weltspitze gehört, hat sie der Qualität ihrer Arbeitnehmer zu verdanken. Es geht um Gerechtigkeit, Anerkennung, Achtung der Arbeitnehmer, die einen größeren Anteil am Wert haben müssen, der in den Unternehmen erarbeitet wird.“

Auch das Thema Nachwuchssicherung sei für die Zukunftsfähigkeit der Branche wichtig. Seppel Kraus: „Wir müssen langfristige Perspektiven für junge Menschen als wesentlichen Erfolgsfaktor für die Bewältigung des demografischen Wandels schaffen“.

Die Arbeitgeber wollen sich beim Thema Nachwuchssicherung weiter engagieren. Bei einer Entgelterhöhung seien jedoch „keine großen Sprünge möglich, wenn die Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden soll“, so VBCI-Verhandlungsführer und Hauptgeschäftsführer Walter Vogg. Nachholbedarf gebe es eigentlich nur bei der Produktivität.

Dem entgegnete Seppel Kraus, dass in der aktuellen wirtschaftlichen Situation mit sinkenden Rohstoff- und Energiepreisen und der zeitverzögerten Weitergabe von so erlangten Sondergewinnen der Unternehmen, es zwar zu Umsatz- aber nicht zu Gewinnreduzierungen komme. Dies habe jedoch den mathematischen Effekt einer automatischen Reduzierung der Produktivität und damit nichts mit der Arbeitsleistung der Beschäftigten zu tun.

Hinweis für die Redaktionen: Am 4. Juni findet das Politische Sommerfest der IG BCE im Münchner Löwenbräukeller statt, in dessen Rahmen neben Seppel Kraus auch der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis Stellung zur Tarifrunde beziehen wird. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr. Medienvertreter sind willkommen. Wir bitten um Anmeldung bei Silke Klos-Pöllinger unter 0151 / 11346951.

Hier gibt's das Flugblatt zur Tarifverhandlung:

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