Nicht mehr voll einsatzfähig bis zur Rente?

Zielgruppe Werkfeuerwehr

In der Zielgruppe Werkfeuerwehr auf Landesebene engagieren sich Werkfeuerwehrmänner und zuständige Betriebsräte aus den IG-BCE-Bezirken Altötting, Augsburg, Kelheim-Zwiesel und Mainfranken. Beispielsweise Nikolaus Maier und Jürgen Vollhardt, die im Industriepark Gersthofen arbeiten. Sie fragen sich, ob sie angesichts der körperlichen Belastung mit 65 Jahren noch voll einsetzbar sein werden: "Erfahrungen zeigen, dass man wohl keinen Atemschutz mehr tragen kann. Und dann? Wir bringen hoffentlich was auf den Weg, um einigermaßen abgesichert früher in Rente gehen zu können. Tariflich haben wir mit Langzeitkonten und Demografie-Tarifvertrag schon begonnen."

Christian Burkert

Roter Fuhrpark: Lösch- und Einsatzfahrzeuge der Werkfeuerwehr Henkel fahren zu einem Einsatz auf dem Werksgelände.

Die Feuerwehrleute setzen auch auf den neuen dualen Ausbildungsberuf, dessen Anforderungsprofil maßgeblich durch Initiative der IG BCE mit formuliert wurde. Dann wäre auch Absicherung bei Berufsunfähigkeit gegeben. Noch bleiben Fragen: Wie etwa der bisherige Fortbildungsberuf damit zusammenpasst.

Wolfgang Walter, Rettungsassistent und Werkfeuerwehrmann bei Infraserv Gendorf, sieht Fortschritte: "In der bayerischen Zielgruppe Werkfeuerwehr versuchen wir mit den Entscheidern ins Gespräch zu kommen. Auch der interne Austausch ist wichtig."

Fakt ist: Ohne Werkfeuerwehren würde in vielen Chemiebetrieben 'nichts laufen'. Bei Anlagen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen müssen sie Präsenz zeigen und voll einsetzbar sein. IG BCE und Werkfeuerwehrleute arbeiten daran, dass dies auch künftig so bleibt. Wolfgang Walter bestätigt: "Ausbildungs-, Qualifizierungs- und tarifliche Fragen werden seit 2011 auch auf Bundesebene mit den jeweils zuständigen Experten der IG BCE besprochen und Lösungen gesucht. Und im März 2012 fand eine große Fachtagung statt, die übers Internet übertragen wurde und, wie bei uns, viele Werkfeuerwehrleute in den Betrieben mitdiskutieren konnten."

Auch mit Anträgen zum Gewerkschaftskongress im Oktober wollen die bayerischen Kollegen Einfluss nehmen, beispielsweise zum Thema Rentenzugang oder zur Tarifpolitik für ihre Berufsgruppe.

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