Betriebsratswahlen 2014: Veranstaltung am 7. Dezember 2013

"Betriebsrätin. Ich? Warum eigentlich nicht!"

Wer im Betriebsrat ist, hat gute Möglichkeiten, sein Arbeitsumfeld mitzugestalten: beispielsweise für gute und sichere Arbeitsbedingungen, für Chancengleichheit, für gerechte Bezahlung oder für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Bei den Betriebsratswahlen 2014 zu kandidieren und die eigenen Stärken und Ideen einzubringen, dazu haben erfahrene Betriebsrätinnen mögliche Kandidatinnen für die Betriebsratswahlen ermuntert. Unter dem Motto „Betriebsrätin. Ich? Warum eigentlich nicht!“ informierten sich etwa 30 IG-BCE-Frauen aus dem Landesbezirk Bayern am 7. Dezember 2013 in München über persönliche Herausforderungen und Handlungsfelder bei der Mitbestimmung im Betrieb.

 

Ursula Salzburger

Veranstaltung für Kandidatinnen zur Betriebsratswahl 2014

Bereits ein einleitendes Spiel machte deutlich, wie unterschiedlich Karriere- und Lebenswege verlaufen können, wenn nicht Betriebsvereinbarungen, Tarifverträge oder sonstige Regelungen einige Stolpersteine aus dem Weg räumen. Während beim Start ins Berufsleben noch alle Chancen zwischen Männern und Frauen gleich verteilt sind, kann sich dies etwa aufgrund mangelnder Vereinbarkeit von Beruf und Familie schnell ändern. "Ob Frauen also erfolgreich unterwegs sind, können sie auch durch ihre Mitarbeit im Betriebsrat und der IG BCE beeinflussen", so Silke Pöllinger, Gewerkschaftssekretärin und Vorsitzende des Landesbezirksfrauenausschusses der IG BCE. "30 Prozent unserer Betriebsräte in Bayern sind weiblich und über 20 Prozent der Gremien werden von Frauen geführt - da ist auch in unseren männlich geprägten Branchen noch Luft nach oben."

Wie wichtig das Engagement im Betrieb, die Schaffung von arbeitnehmerfreundlichen Regelungen und auch die Unterstützung durch die IG BCE ist - sei es beratend oder durch den Einfluss der Gewerkschaft in der Politik -, machten drei ganz unterschiedliche Betriebsrätinnen in einer Podiumsdiskussion deutlich. Daniela Gräßle, junge Industriekauffrau und stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Papierfabrik Leipa in Schrobenhausen, hatte gleich nach ihrer Zeit als Jugend- und Auszubildendenvertreterin für den Betriebsrat kandidiert: „Bei vielen verschiedenen Interessen, Problemen und Gruppen im Unternehmen ist es sinnvoll, dass auch das Gremium die Verschiedenheit der Belegschaft widerspiegelt. Wir werden in den nächsten Jahren viele Themen zu bearbeiten haben; der demografische Wandel gehört etwa dazu - und da ist jeder Blickwinkel wichtig“. Ihre vielfach erfahrene Kollegin Lydia Armer, freigestellte Vorsitzende des Betriebsrats und Gesamtbetriebsrats des Kunststoffherstellers Gerresheimer Regensburg in Pfreimd, lobte die Unterstützung durch die IG BCE: „Ohne die Gewerkschaft ist ein Betriebsrat wie ein Auto ohne Räder. Und für die eigene persönliche Entwicklung bringen Betriebsratsarbeit und die hierfür notwendigen Schulungen viel.“ Auch Andrea Fehn, Diplom-Betriebswirtin, Mutter von drei Kindern und in ihrer ersten Amtszeit als Betriebsrätin beim Sportartikelproduzenten Adidas in Herzogenaurath, hat den Schritt nicht bereut: „Ich bin mit Begeisterung dabei!“

Angesteckt vom Schwung und Elan der drei Betriebsrätinnen konnten sich die Teilnehmerinnen anschließend in zwei Foren informieren, wie frau sich im Wahlkampf Aufmerksamkeit verschafft und was im Betriebsrat konkret gestaltet werden kann. "Zeigt genau für was ihr steht, was ihr erreichen wollt und welchen Nutzen eure Kolleginnen und Kollegen haben, wenn sie euch in den Betriebsrat wählen", appellierte Mary Moser, Coach und Trainerin. Ursula Salzburger aus der Abteilung Frauen/Gleichstellung der IG BCE in Hannover, verwies auf die vielen Anknüpfungspunkte im Betriebsverfassungsgesetz, um Gleichstellung im Betrieb voranzutreiben und gute Arbeit zu gestalten: „Greift die Themen auf, entwickelt Strategien und sucht euch Verbündete!“

Auch Landesbezirksleiter Seppel Kraus forderte die Teilnehmerinnen auf, in Verantwortung zu gehen: "Eure Chancen sind da und wir unterstützen euch: Habt den Mut und die Lust auf engagierte Betriebsratsarbeit, geht nach vorn und besetzt die Positionen!"

Am Ende war die zu Beginn aufgehängte Liste „Ja, ich kandidiere“ mit vielen Namen gefüllt. Und dass die zukünftigen Betriebsrätinnen bei ihrer Arbeit auch die Handlungsfelder der Charta der Gleichstellung berücksichtigen wollen, hatten viele Teilnehmerinnen schon bei der Ankunft mit ihrer Unterschrift bestätigt.

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