Internationaler Frauentag 2016

Gewünschte Arbeitszeiten ermöglichen

Die DGB-Gewerkschaften nutzen den diesjährigen Weltfrauentag, um auf die Verbreitung von Teilzeit-Jobs aufmerksam zu machen. Fast jede zweite Frau in Deutschland arbeitet in Teilzeit. Viele davon möchten ihre Arbeitszeit ausweiten. Gleichzeitig wollen immer mehr Männer ihre Arbeitszeit reduzieren, um mehr Zeit für die Familie zu haben.

DGB

Internationaler Frauentag 2016
07.03.2016
  • Von: Alexander Reupke
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Es sind überwiegend Frauen mit einer Teilzeitstelle, die ihre Arbeitszeit um etwa 13 Stunden die Woche ausweiten möchten. Das zeigt die aktuelle Arbeitskräfteerhebung des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2014. Einige Gründe sprechen dafür: Teilzeitstellen sind verbunden mit weniger Einkommen und Karrieremöglichkeiten sowie einer schlechteren sozialen Sicherung. Dennoch wünschen sich viele Männer mit einer Vollzeitstelle, ihre Arbeitszeit deutlich zu reduzieren, damit mehr Zeit für Familie, Haushalt und Freizeit bleibt.

Deshalb fordern die DGB-Gewerkschaften, den Wünschen der Beschäftigten gerecht zu werden. Neben einem Recht auf Teilzeit für alle Beschäftigten unabhängig von der Betriebsgröße wäre ein Recht auf befristete Teilzeit ein Schritt in die richtige Richtung. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer könnten ihre Arbeitszeit dann bei Bedarf wieder aufstocken. Ein gesetzliches Rückkehrrecht von einer Teilzeit- zu einer Vollzeitstelle würde dem Wunsch von Frauen nach mehr Wochenstunden Rechnung tragen.

Handlungsbedarf gibt es auch bei der Frage, wie mehr Frauen in Führungspositionen kommen. Seit Anfang dieses Jahres gilt ein Gesetz, dass die gleichberechtigte Teilhabe in Aufsichtsräten ausbauen soll. „Das neue Gesetz hat Mindeststandards definiert, die nun auf der betrieblichen Ebene konkretisiert werden müssen“, sagt Edeltraud Glänzer, stellvertretende Vorsitzende der IG BCE. Das Gesetz ist beschränkt auf börsennotierte und mitbestimmungspflichtige Unternehmen. Die etwa 100 betroffenen Unternehmen sind gefordert, frei werdende Aufsichtsratsposten mit Frauen zu besetzen, bis eine Quote von 30 Prozent erreicht ist. Bisher können nur 22 Unternehmen diese Quote erfüllen.

Ein Blick auf die jeweiligen Quoten der Arbeitgebervertreter und der Arbeitnehmervertreter zeigt, dass Letztere die Bilanz der Unternehmen aufbessern: In 39 Unternehmen ist die Quote auf ihrer Seite bereits erfüllt. Bei den Arbeitgebervertretern trifft dies nur auf 26 Aufsichtsräte zu. Laut Angaben des Familienministeriums sind etwa 3500 weitere Unternehmen verpflichtet, sich eigene Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten und Vorständen zu setzen. „Hier müssen unsere Betriebs- und Aufsichtsräte aufmerksam sein und ein aussagekräftiges Controlling einfordern“, sagt Glänzer.

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