Girls' Day 2014

Karriere in Männerberufen

Verkäuferin oder Friseurin - mehr als die Hälfte aller Mädchen entscheidet sich für einen der zehn klassischen Frauenberufe, darunter ist kein einziger naturwissenschaftlich-technischer Beruf. Damit Mädchen Berufe kennenlernen, in denen Frauen nur selten arbeiten, findet jährlich der Girls' Day – Mädchen-Zukunftstag statt.

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Frau im "Männerberuf" Frau im "Männerberuf"
26.03.2014
  • Von: Désirée Binder

„Unter dem Motto „Ingenieurin statt Germanistin, Chemikerin statt Friseurin“ macht sich der Girls' Day dafür stark, den jungen Mädchen das weite Spektrum ihrer Möglichkeiten zu zeigen“, sagt Edeltraud Glänzer, stellvertretende Vorsitzende der IG BCE. Der seit 2001 stattfindende Aktionstag soll Mädchen die Möglichkeiten aufzeigen, die sie bei der Berufswahl haben. „Immerhin gibt es in Deutschland 346 Ausbildungsberufe.“

Die Zahl der Veranstaltungen und Teilnehmer am Girls' Day steigt seit dem Start stetig an. „Das ist vor allem auch ein Verdienst der Betriebsräte, Vertrauensleute und Jugend- und Ausbildungsvertretungen“, sagt Edeltraut Glänzer. „Oftmals sind sie es, die in den Unternehmen darauf dringen, sich am Girls' Day zu beteiligen oder Aktionen und Programme für diesen Tag entwerfen.“

Die Idee zum Girls' Day kommt ursprünglich aus den USA und war zuerst ein Tag, an dem Eltern ihre Töchter mit zur Arbeit nehmen durften. Ziel ist es, den weiblichen Anteil der Beschäftigten in typischen Männerberufen zu erhöhen. Denn laut einer Statistik der Hans-Böckler-Stiftung waren 2012 Verkäuferin, Kauffrau im Einzelhandel und Bürokauffrau die beliebtesten Ausbildungsberufe bei Frauen.

Auch bei Jungen sind die Ausbildungsberufe eher typisch. Kfz-Mechatroniker und Industriemechaniker stehen ganz oben. Deshalb findet seit 2011 gleichzeitig zum Girls' Day der Boys' Day statt. Der soll Jungen vor allem Berufe im sozialen, erzieherischen oder pflegerischen Bereich näher bringen. „Schrauben, löten, programmieren oder forschen soll für die jungen Frauen genauso selbstverständlich sein wie hegen, pflegen oder frisieren für junge Männer“, sagt Edeltraut Glänzer.

Beide Tage richten sich an Schüler und Schülerinnen zwischen zehn und fünfzehn Jahren. Die Kinder lernen die Berufe dabei theoretisch und praktisch kennen. K+S Kali bietet im Werk Werra beispielsweise eine Grubenfahrt an, um den Mädchen die Welt unter Tage zu zeigen. Bei Bayer dürfen sich die jungen Besucher selbst ausprobieren. Wer Chemikantin werden will, lernt Metalle zu bearbeiten, Rohrleitungsstrecken aufzubauen und bekommt einen Einblick in die Chemie.

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