Am 28. April 2016 ist Girls' Day: Mädchen-Zukunftstag

3 Fragen an Hanna Strehmel: "Das ist es..."

Am letzten Donnerstag im April ist wieder Girls' Day: Unternehmen, Betriebe und Hochschulen öffnen ihre Türen für Mädchen, um ihnen Ausbildungsberufe und Studiengänge in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik näherzubringen. Der Mädchen-Zukuntstag ist das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen weltweit. Obwohl junge Frauen in Deutschland über eine besonders gute Schulbildung verfügen, wählt mehr als die Hälfte aus nur zehn verschiedenen Ausbildungsberufen – kein einziger naturwissenschaftlich-technischer ist darunter. Damit schöpfen sie ihre Berufsmöglichkeiten nicht voll aus und den Betrieben fehlt in technischen Bereichen qualifizierter Nachwuchs. Eine, die sich für einen MINT-Beruf entschieden hat, ist Hanna Strehmel. Die 21-Jährige ist bei WOCO Kronacher Kunststoffwerk Mitglied der Jugend- und Auszubildenden-Vertretung und im IG-BCE-Bezirksfrauenausschuss Mainfranken.

Hanna Strehmel

Hanna Strehmel, JAV-Mitglied bei WOCO Kronacher Kunststoffwerk

Sie haben das, was man einen typischen Männerberuf nennt: Mechatronikerin. Warum?

Der Zufall hat mir geholfen. Als ich ein Schulpraktikum machen musste, kam plötzlich eine Absage und bei WOCO war ganz kurzfristig ein Platz in der Mechatronik frei. Die ganze Technik und die abwechslungsreichen Tätigkeiten: Irgendwie habe ich sofort gemerkt, das ist es. Im Herbst will ich jetzt sogar auf die Technikerschule.

Am 28. April machen etliche Betriebe wieder beim „Girls and Boys Day“ mit, um Jugendlichen einen Einblick zu ermöglichen – gerade in die Welt der technischen Berufe. Warum tun sich manche Firmen so schwer, sich für junge Frauen zu öffnen?

Vielleicht liegt es ja an den Führungsetagen, die meist eher männlich dominiert sind. Ich habe schon den Eindruck, dass immer noch zu viele Männer Frauen nicht zutrauen, technische oder körperlich anstrengende Arbeiten zu schaffen. Wahrscheinlich dauert das noch Jahre, bis sich das geändert hat. Das ist einfach in den Köpfen drin, auch wenn es ja eigentlich gar keine typischen Männerberufe mehr gibt. Und manchmal fehlen auch einfach die weiblichen Bewerber.

Was kann gegen solche Vorbehalte getan werden – auch auf Seiten der Frauen?

Wichtig ist es, schon bei den Schulen anzufangen und da das Problem bei der Wurzel zu packen. Es geht darum, dass Mädchen überhaupt auf die Idee kommen, mal ein Stück Stahl anzufassen oder sich für Programmierung zu interessieren. Wenn es um die Berufswahl geht, gibt es doch auch für uns eine viel größere Auswahl als nur soziale Berufe oder Dienstleistungen. Um das zu begreifen, ist es aber wichtig, dass die Mädchen und junge Frauen auch anders als ihre männlichen Mitschüler angesprochen werden. Deswegen sind solche Aktionen wie der „Girls and Boys Day“ wichtig.

Nach oben