Equal Pay Day

Recht auf mehr

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen, der laut Statistischem Bundesamt aktuell 22 Prozent in Deutschland beträgt. Und 22 Prozent eines Jahres sind 79 Tage. Bei gleichem Lohn hätten Frauen bis heute (20. März 2015) umsonst gearbeitet, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.

DGB

Equal Pay Day
20.03.2015

Das hat, laut Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, zum einen damit zu tun, dass Frauen weniger oft in Führungspositionen sind als Männern. Nur rund 21 Prozent der Frauen mit Hochschulabschluss eine Führungsposition. Zum anderen spielt auch die Familienplanung beim Gehalt eine Rolle. Meisten bleiben die Frauen nach der Geburt des Kindes zu Hause und steigen oft erst in Teilzeit wieder in den Job ein. Dementsprechend verdienen sie auch weniger.

"Wir wollen eine existenzsichernde Arbeit, mehr lebensphasenorientierte Arbeitszeiten, gleiche berufliche Entwicklungschancen und ein gleiches Entgelt für Frauen und Männer", sagt Edeltraud Glänzer, stellvertretende Vorsitzende der IG BCE. "Außerdem mehr Frauen in Führungspositionen und Netzwerke für Frauen".

In Betrieben mit Tarifvertrag ist der Lohnunterschied nicht ganz so groß. Eine weitere Untersuchung des WSI zeigt, dass nach Tarif bezahlte Frauen gut neun Prozent höhere Stundenlöhne als Frauen mit vergleichbaren Tätigkeiten ohne Tarifvertrag haben. "Auf diese Tatsache sind wir einerseits sehr stolz; legen die Hände andererseits aber keineswegs in den Schoß", sagt Glänzer. "Denn es bleibt nach wie vor viel zu tun, um gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit sicherzustellen".

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