Gelungene 9. Aschermittwochsnachlese

Nachlese zum politischen Aschermittwoch

MÜNCHEN | Mehr als 900 IG-BCE-Mitglieder fanden am 9. März den Weg in den Münchner Löwenbräukeller zum politischen Aschermittwoch. Gute Arbeit, solidarisches Miteinander, soziale Gerechtigkeit und das demokratische Recht zu wählen. „Wir machen Deutschland gut“ Unter diesem Motto stand die diesjährige Nachlese zum politischen Aschermittwoch.

IG BCE / Nathalie Frohwein

Voller Festsaal bei der Nachlese zum politischen Aschermittwoch 2019

Zwei Jahre musste diese traditionelle Veranstaltung aus verschiedenen Gründen ausfallen. Ein Treffen für die IG-BCE-Mitglieder aus allen Bezirken Bayerns, nicht nur, um gute Reden zu hören, sondern um sich bei Musik, Kabarett und Hendl auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Deshalb freute sich die neue Landesbezirksleiterin von Bayern, Beate Rohrig, gut 900 Kolleginnen und Kollegen, die zum Teil bis zu vier Stunden Fahrt auf sich genommen hatten, sowie den ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der bayerische SPD, Markus Rinderspacher, als Ehrengast sowie ihren Vorgänger Seppel Kraus begrüßen zu dürfen.

Sie skizzierte in ihrer Rede die Errungenschaften, seit vor 100 Jahren die Arbeiter und Soldaten in Bayern die Räterepublik ausgerufen und den Grundstein zur Demokratie gelegt hatten, würdigte den Mut der Frauen, die für ihr Wahlrecht gekämpft hatten und die sich aktuell noch immer für Gleichberechtigung einsetzen. „Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg“, so Rohrig weiter, denn zum Frieden gehöre auch Gerechtigkeit, Arbeit und Wohlstand. „Die soziale Marktwirtschaft wird da ausgehebelt, wo die weltweit größten Unternehmen keine Steuern zahlen. Das ist ein Skandal!“ Insgesamt sei Bayern jedoch gut aufgestellt. Jetzt gehe es darum, die Tarifbindung weiter voranzutreiben und Unternehmen in den Unternehmerverbänden ohne Tarifbindung nicht zu akzeptieren.

 

Als Hauptredner war kurzfristig Ralf Sikorski, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG BCE, als Ersatz für den erkrankten, ehemaligen Arbeitsminister der CDU, Norbert Blüm, eingesprungen. Natürlich nahm Sikorski den berühmten Blüm-Satz auf: „Die Renten sind sicher.“ „Das glaubst du doch selbst nicht“, rief Sikorski in den Saal, „wenn die Angst vor Altersarmut die Debatte um die Zukunftsängste dominiert!“ Mit dem Thema Grundrente sei die SPD schon auf dem richtigen Weg, denn es gehe dabei nicht um Sozialleistungen, „sondern um die gesellschaftliche Würdigung nach 35 Berufsjahren!“ Und der beste Schutz vor Altersarmut sei immer noch: „Gescheite und faire Löhne und Gehälter!“ Da war das Jahr 2018 ein tarifpolitisch erfolgreiches Jahr. Dieses Jahr stehe ganz im Zeichen von Guter Arbeit. Die Gewerkschaft kann nicht akzeptieren, dass in Deutschland zwei Milliarden Überstunden geleistet werden, davon die Hälfte unbezahlt. Die Arbeitsverdichtung steigt durch den demografischen Wandel, Rationalisierung und Fachkräftemangel. Das gelte es zu bekämpfen. Qualitative Personalplanung, 100-prozentige Übernahme der Azubis sowie mehr Attraktivität von Schichtarbeit müsse von Arbeitgeberseite her ernst genommen werden. „Dieses Land braucht uns“, so Sikorski. „Dieses Land braucht starke Gewerkschaften, Betriebsräte, Aufsichtsräte und ehrenamtliche Menschen, die gestalten wollen.“ Er bedankte sich ausdrücklich beim Landesverband Bayern, der jedes Jahr erfolgreicher und größer geworden sei.

Beide Redner betonten, wie wichtig die Europawahlen dieses Jahr seien. Denn für Deutschland sei ein funktionierendes Europa fundamental wichtig, wirtschaftlich wie auch für eine friedliche politische Gestaltung. Deshalb, so der Tenor: Nehmt das demokratische Grundrecht der Wahl ernst und geht wählen!

 

Höhepunkt der Veranstaltung war der – ebenso schon legendäre – Auftritt der „Wellküren“, die mit ihrem bayerischen Charme, ihrer scharfer Zunge und musikalischen Können politisches Kabarett vom Feinsten zeigten.

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