Medieninformation vom 2. März 2017

Tarifverhandlungen Hohl- und Kristallglas bleiben in erster Verhandlungsrunde ergebnislos: Arbeitgeber unterbreiten ein Angebot, das nicht verhandelbar ist.

Die erste Tarifverhandlung für die bayerische Hohl- und Kristallglasindustrie ist am Donnerstag, 2. März 2017, in Nürnberg ohne Ergebnis geblieben. Entgegen der wirtschaftlichen Lage, stabilen bis positiven Prognosen und positiven Berichten aus den Betrieben, beharren die Arbeitgebervertreter auf dem Standpunkt, das gelte alles nicht für die bayerische Glasindustrie.

Rainer Sturm / pixelio.de

Trinkgläser
02.03.2017
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Die Arbeitgeber betonten wiederholt, dass ihre Mitarbeiter Höchstleistungen erbringen und höchste Wertschätzung verdient haben. Am Nachmittag jedoch, legten sie ein Angebot vor, welches eine andere Sprache spricht: Ein zweistufiger Abschluss mit 24 Monaten Laufzeit. 1,8% in der ersten Stufe zum 01. April 2017 und 1,7% in der zweiten Stufe nach 12 Monaten.

Die Verhandlungskommission der IG BCE brach daraufhin die Verhandlungen ab, da ein solches Angebot keine Verhandlungsbasis darstellt.

„Wir haben mit einer moderaten Forderung in stabilen Zeiten eine verantwortungsvolle Zusammenarbeit signalisiert“, erklärt Jörg Kammermann, Verhandlungsführer der IG BCE in Bayern. „Die Branche hat ihre Herausforderungen, das erkennen wir an. Jedoch kann ohne Fachkräfte nicht produziert werden! Neben vielen anderen Faktoren ist das Lohnniveau ein wichtiger Bestandteil der Fachkräftebindung“.
Die Arbeitnehmerseite machte mehrfach deutlich, dass die gestiegene Arbeitsbelastung, dünnere Personaldecken und unzählige Überstunden nicht wegzureden sind.

Eine faire Entlohnung muss für beide Seiten einen hohen Stellenwert haben!

Die IG BCE fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 90 Euro steigen.

Die Verhandlungen werden am 23. März in Nürnberg fortgesetzt.

Die bayerischen Glasbetriebe mit rund 4.000 Beschäftigten haben ihren Schwerpunkt im Oberen Frankenwald, in der Oberpfalz und im Bayerischen Wald.

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