Regionale Tarifverhandlung Chemie Bayern 2018

Die Tarifrunde für die chemische Industrie in Bayern ist mit der ersten Verhandlungsrunde eröffnet worden.

Kirchheim. In der ersten Verhandlungsrunde für die über 60.000 Beschäftigten in der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Bayern sahen sich die Arbeitgeber nicht imstande ein Angebot vorzulegen.

IGBCE-Landesbezirk Bayern

IGBCE Tarifkommission Bayern
04.07.2018
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Die wirtschaftliche Situation ist in der Branche ist herausragend, die Umsätze und Erträge sind außerordentlich gut.

Die Forderung der bayerischen Tarifkommission lautet:

  1. Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 6 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
  2. Erhöhung des zusätzlichen Urlaubsgeldes für Vollzeitbeschäftigte von 20,45 € auf 40 € pro Urlaubstag und für Auszubildende von 449,94 € auf 900 € jährlich.
  3. Vor dem Hintergrund steigender Belastungen, rasant wachsender technologischer Veränderungen und dem Wunsch der Beschäftigten nach mehr Zeitsouveränität, die sich an den jeweiligen Lebensphasen orientiert, erwarten wir eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung bestehender Arbeitsbedingungen.

Der Verhandlungsführer der IG BCE Bayern, Seppel Kraus, fasst das Ergebnis der ersten Verhandlungsrunde wie folgt zusammen: „Wir wollen mit den Belegschaften an dieser wirklich guten wirtschaftlichen Situation angemessen beteiligt werden. Es ist keine wirtschaftliche Überforderung, das Urlaubsgeld nach 22 Jahren mit einem deutlichen Schritt nach vorne zu bewegen. Auch eine Tariferhöhung von 6 % ist angemessen.

Die Arbeitgeber bestreiten gar nicht, dass es eine gute wirtschaftliche Situation gibt, sie wollen uns aber in dieser guten wirtschaftlichen Situation mit einer Sonderzahlung abfinden, das werden wir mit uns nicht machen lassen.“

Wichtig ist der IG BCE in dieser Tarifrunde auch die Frage, wie man mit zusätzlichen Belastungen aus der zunehmenden Arbeitsverdichtung und den Herausforderungen der Digitalisierung umgeht und wie man gemeinsam Antworten finden kann.

Auch die Arbeitgeber bestreiten nicht, dass eine gute konjunkturelle Situation vorherrscht. Sie sehen jedoch die große Bedrohung, insbesondere aus der Politik, den steigenden Rohstoffpreisen und dem starken Dollarkurs als so herausfordernd an, dass sie die möglichen Belastungen, die aus den Forderungen der IG BCE kommen, als deutlich zu hoch ansehen.

Die Tarifverhandlungen werden am 5. September 2018 auf Bundesebene fortgesetzt.

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